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Mit Emirates über Dubai nach Singapur

Nachdem wir die letzten Jahre keine Fernreisen nach Asien machen konnten, haben wir dieses Jahr eine Rundreise durch Südostasien geplant, mit Aufenthalten in Singapur, Malaysia, Kambodscha und Thailand. Nach und nach schritt die Planung voran bis schließlich die ganze Tour stand. Drei Wochen im Sommer vollgepackt mit spannenden Orten und viel Programm.

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Wismar und Mecklenburg

Viel planen konnte man diesen Sommer nicht. Man wusste nicht ob Auslandsreisen möglich sind und wenn ja wohin. Wir hatten nichts gebucht und erst einmal abgewartet. Letztendlich haben wir uns entschieden für eine Woche an die Ostsee zu fahren. Natürlich war in den Ferien schon viel ausgebucht, aber wir fanden ein gutes Hotel in der Innenstadt von Wismar.

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Sizilien im Herbst

Tag 3

Es gab wieder ein leckeres Frühstück. So gut gestärkt haben wir und das kleine Städtchen noch einmal bei Tageslicht in Ruhe angeschaut. Die Bauten sind wirklich wunderschön. In der Kirche San Carlo kann man für einen Euro auf das Dach steigen und die Aussicht auf die Umgebung genießen. Auch diese liegt an der Hauptstraße, an der die meisten Sehenswürdigkeiten zu finden sind.

Nach dem Spaziergang sin wir ein Stückchen weiter nach Ragusa gefahren. Die Stadt liegt auf zwei Hügeln malerisch umgeben von Bergen. Wir sind nach Ragusa Ibla, dem alten Teil und konnten in der Nähe der Giardino Iblo kostenlos den Wagen abstellen. Heute war es sehr heiß und die Stadt quasi leer. Wir haben uns die Gärten um die Chiesa di San Giacomo Apostolo angesehen und sind dann weiter (bergauf) zum großen Duomo di San Giorgio. Ragusa gehört übrigens auch zum Val die Noto. Auch wenn sie so heißt, ist die eigentliche Kathedrale in der Oberstadt auf dem anderen Hügel zu finden.

Der Duomo thront über Ibla. Eine große Treppe führt zum Eingangsportal und gibt so einen wuchtigen Eindruck von der Kirche. Da der Blick bergauf geht, wirkt sie umso größer.

Des weiteren sind ein paar schöne Palazzos in der Stadt zu finden und, wenn man weiter nach Westen läuft, auch eine schöne Aussicht auf die Oberstadt. Genau dorthin sind wir dann über die Serpentinen des Corso Manzini (mit Fotostopps) weiter, bzw. eher durchgefahren, denn wir hatten noch einiges vor. Die Straße führte weiter kurvenreich hinab nach Comiso und anschließend über eine fruchtbare Ebene vorbei an Vittoria und Gela bis nach Licata. Eigentlich hatten wir nicht vor in den Ort reinzufahren, aber wir hatten etwas Hunger und so fanden wir hier Sizilianische Reisbällchen als willkommenen Snack.

Gut gestärkt fuhren wir weiter bis nach Porto Empedocle wo wir ein Zimmer im Brezza Marina gebucht hatten. Eine kleine Unterkunft, direkt am langen Sandstrand. Sie hat nur wenige Zimmer, aber die sind super eingerichtet und haben alles was man braucht.

Wir wollten aber nachdem einchecken direkt weiter zu den Scala dei Turchi. Das sind weiße Felsen, die ins Meer ragen und besonders im Sonnenuntergang magisch aussehen. Wir parkten in der Nähe (Alle Parkplätze sind kostenpflichtig), da es schon recht spät war, zum halben Preis und liefen am Wasser entlang zu den Felsen. Es waren schon einige Leute da, aber nicht überfüllt. So genossen wir die letzten Sonnenstrahlen über dem Wasser.

Auf dem Rückweg tranken wir noch ein Glas Wein in der Lounge Beach Scala dei Turchi. Wir wollten heute gerne Fisch essen und uns wurde das Ristorante Golden Beach Porto Empedocle empfohlen, das auch noch um die Ecke vom Hotel lag. Die Athmosphäre im Lokal war nicht so schön; groß und kantinenartig. Auch wenn es an der Küste liegt, hat man leider keinen Meerblick, da die Vorhänge alle geschlossen waren. Aber dafür war das Essen sehr gut und auch vom Preis her empfehlenswert.

Tag 4

Auch hier gab es ein kleines Frühstück. Wir waren es schon gewohnt, dass es hauptsächlich süße Speisen zum Frühstück gibt. Die Unterkunft wird privat geführt und wir wurden super umsorgt.

Unweit liegt die Stadt Agrigent, weit oberhalb auf einer Anhöhe. Bekannt ist die Stadt aber vor allem für das Tal der Tempel. Das UNESCO Weltkulturerbe ist eigentlich kein Tal sondern ein Bergrücken mit vielen gut erhaltenen (bzw renovierten) griechischen Tempeln.

Wir haben ganz im Osten am Tempio di Giunone geparkt (5 Euro) und Tickets für die Anlage gekauft (12 Euro). Wer auch noch die Gärten der Kolymbethra anschauen möchte, zahlt 17 Euro, aber dafür war es uns zu heiß. Vom Juno Tempel sind wir immer in Richtung Westen bergab gelaufen. Als nächsten kam der schöne Tempio della Concordia, der Tempio di Ercole (Heraklestempel) und der Tempel des Zeus. Von den letzteren sind aber nur noch die Grundmauern und wenige Säulen erhalten. Es gibt noch weitere Tempel zu sehen, aber diese vier sind die Hauptattraktionen. Auf jeden Fall ist es ein Muss diese schöne Anlage zu besuchen.

Nun stand die Rückfahrt nach Palermo an. Wir fuhren erst bis nach Sciacca und sind dort noch etwas Spazieren gegangen, bis ein Gewitter aufzog. Also wieder rein ins Auto und über die SS624 in Richtung Norden nach Palermo gefahren. Unterwegs besserte sich das Wetter wieder und die Sonne kehrte zurück. Man kommt aus den Bergen nach Palermo und hat, kurz bevor man die Hauptstadt erreicht, eine tolle Aussicht bis zur Küste.

Mir fällt gerade ein, ich wollte ja noch etwas zum Fahrverhalten auf den Straßen erzählen. Straßenschilder sind hier anscheinend nicht einmal Richtwerte. Es gibt zwar ab und zu mal Blitzer, aber ansonsten wird recht „frei“ gefahren. Bei erlaubten Tempo 100 und einer Geschwindigkeit mit 130 wurde ich bei doppelt durchgezogener Linie reihenweise überholt. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, sollte man sich also einfach überlegen wie schnell man fahren möchte und sich nichts dabei denken, wenn man ständig überholt wird. Das genau Gegenteil haben wir auch oft genug erlebt. Wieder Tempo 100 und Fahrer, die konsequent nur 50 fuhren.

Nun waren wir endlich in Palermo. Fahren war hier besonders Anstrengend, da Autos, Fahrräder, Fußgänger, Moped, LKWs…von allen Richtungen gleichzeitig kamen. Wir fuhren direkt zu unserem Hotel, dem Bquadro B&B , eine laut Werbung, mafiafreie Unterkunft. Das Hotel lag zwar sehr zentral, aber dadurch wurde es auch nicht einfach einen Parkplatz zu finden. Nach etwas suchen, fanden wir aber tatsächlich einen nur ein paar hundert Meter entfernt in einer Seitenstraße.

Nun wollten wir auch endlich Palermo sehen und gingen los. Am Teatro Politeama aßen wir erst einmal bei KePalle – Arancine d’Autore, Reisbällchen -Super lecker! – und gingen weiter zum noch größeren Teatro Massimo. Dort ist richtig was los, denn drumherum sind viele Bars und Restaurants. Aber noch wollten wir einiges sehen. Daher sind wir weiter zur Cattedrale di Palermo. Die unterscheidet sich sehr von den anderen sizilianischen Kirchen und ist riesig. Nicht weit entfernt ist der Palazzo reale mit dem kleinen Park Villa Bonanno. Inzwischen war es schon dunkel und die Stadt wurde in ein schönes Licht getaucht. Die Straßen waren voller Leute und es herrschte eine schöne Sommerstimmung. Das letzte bauliche Highlight für uns war der Platz Quattro Canti, an dessen 4 Ecken imposante Denkmäler stehen und direkt um die Ecke der große Brunnen Fontana Pretoria liegt. Es gibt noch viel mehr zu sehen, aber leider fehlte uns die Zeit und wir hatten inzwischen Hunger. In der nähe vom Theater gingen wir ins Il Siciliano. Dort war Happy Hour und wir bestellten den großen Tapas Teller. Günstig und lecker! Vollgefuttert mussten wir dann den Rückweg zum Hotel antreten, da wir am nächsten Tag schon sehr früh aufstehen mussten.

Tag 5

Unser Flug zurück ging leider schon Vormittags. Daher mussten wir früh auschecken und zum Flughafen fahren. Dort haben wir das Auto abgegeben, relativ lange an der Sicherheitskontrolle angestanden und sind anschließend wieder mit Laudamotion zurück nach Düsseldorf geflogen.

Ein kurzer Trip für eine so große Insel. Aber trotzdem war es wunderschön. Wir haben viel gesehen und können Sizilien nur wärmstens empfehlen.

Reisedaten: 12.-16.Oktober

Parkplatz P13 am Flughafen für 39 €

Flug: Laudamotion Düsseldorf-Palermo 250 € p.P. mit Handegepäck

Mietwagen: Sixt (ECMR) 74 € inkl. Km

Hotels über booking.com:

Taormina, Blue Sky House 83 € inkl. Frühstück, Garage 10 €

Noto, Landolina Palace 75€ inkl. Frühstück

Porto Empedocle, Brezza Marina 55€ inkl. Frühstück

Palermo, Bquadro B&B 56€

Die nächste 3,5 Länder Tour

Rumänien, Moldau und Weißrussland

Auf der Landkarte zeigten sich noch ein paar weiße Flecken, die wir dieses Jahr noch besuchen wollten. Eigentlich fehlten nur noch Moldau und Weißrussland, aber die Flugzeiten nach Chisinau waren sehr ungünstig, so dass wir uns entschieden von Dortmund mit Wizz Air nach Iasí im Osten Rumäniens zu fliegen. Nach gut zwei Stunden sind wir am frühen Abend in der Universitätsstadt angekommen. Der Flughafen ist sehr klein, aber Stadtnah. So konnten wir bequem mit dem Taxi zum Hotel Indiana fahren.

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Balkan II – Albanien, Montenegro, Kosovo

Montag

Wieder fuhren wir morgens nach Norden, aber bei Milot folgten wir der A1 nach Osten, denn heute wollten wir in den Kosovo. Zunächst machten wir aber einen Abstecher in das Shkopet Tal. Der Fluss hat sich durch das Gebirge gegraben und so eine wunderschöne Landschaft hinterlassen. Wagemutige können über kleine, teils baufällige Hängebrücken auf die andere Seite gehen. Die erste haben wir nur von oben betrachtet, die zweite haben wir auch überquert.

Wir folgten weiter der A1. Ich hatte noch gar nicht erwähnt wie viele Tankstellen es in Albanien gibt. Gefühlt alle 1-2km kommt eine Tankgelegenheit von denen kaum eine zu einer Kette gehört. Dafür haben sie interessante Namen wie LLukoil (statt Lukoil) oder Eso (statt Esso), dafür aber immer mit sehr ähnlichen Logos.

Wir mussten jedenfalls nun auch mal tanken und hielten an einer der großen Tankstellen an der Autobahn an. Ich fragte nach ob wir auch mit Kreditkarte zahlen könnten. Der Tankwart meinte das ist in Ordnung, zudem hingen auch überall Schilder die auf die Bargeldlose Zahlung hinwiesen. Prima.

Nur die Technik ist es nicht. Denn das Kartenterminal wollte einfach nicht funktionieren und sämtliche anwesende Personen hatten keine Ahnung wie man es zum laufen bringen könnte. Zum Glück war der Sohn des Besitzers anwesend und konnte für uns auf Englisch übersetzen. Aber was machen wir nun? Der nächste Geldautomat war in der 40km entfernten Stadt Kukes und Bargeld hatten wir kaum dabei. Nach einer halben Stunde rumprobieren, schlugen wir vor, dass jemand mit uns in die Stadt fährt und wir dort das Geld abheben könnten. Es fanden sich auch zwei Herren, die eh in die Stadt wollten. Also nahmen wir sie mit. Die Autobahn ist übrigens super. Kaum Verkehr, perfekter Zustand und eine spektakuläre Landschaft. Unterwegs nach Kukes muss man durch einen Mauttunnel (5 Euro) fahren, ehe es immer weiter Bergab in die kleine Stadt an der Grenze zum Kosovo geht.

Wir holten das Geld ab, gaben es den beiden und somit hatten wir das dann auch endlich erledigt. Nach Kukes wollten wir sowieso fahren. Die Stadt liegt etwas oberhalb von einem bzw. drei Stauseen und es gibt hier einen tollen Lost Place. Es sollte eigentlich ein Hotel werden, jedoch wurde es nie fertiggestellt. Diese Bauruine kann man völlig legal betreten, ist zumeist aber eh gut besucht.

Von Kukes ist es nur ein Katzensprung zur Grenze. Die Ausreise ging wieder schnell und eine Einreise in den Kosovo bzw. Serbien gibt es nicht. Unweit von der Grenze liegt Prizren (übrigens in der deutschen KFOR Zone). Umrahmt von hohen, schneebedeckten Bergen liegt die Stadt an einem kleinen Fluss. Die kleine Altstadt ist eine Fußgängerzone mit sehr vielen Restaurants, Bars und Geschäften und der Besuch ist ein Muss wenn man in den Kosovo Fährt. Überragt wird die Stadt von einer großen Festung. Übrigens gibt es nicht allzu viele Parkplätze und alle kosten 1 Euro die Stunde. Wir aßen sehr gut und günstig am zentralen Platz Shatervan zu mittag und machten uns dann wieder auf den Weg. Wir wollten nach Decan und Peja. Dort sind zwei Serbisch-Orthodoxe Klöster die UNESCO Weltkulturerbe sind. Der Nordwesten Kosovos ist in der italenischen KFOR Zone. So mussten wir durch Panzersperren zum Kloster fahren und unsere Ausweise gegen Besucherpässe tauschen. Die Klöster waren in der Vergangenheit öfter Ziel von Anschlägen und werden deshalb nun von Soldaten geschützt. Leider darf man dort nicht viel Fotografieren, aber der Besuch lohnt. In Decan liegt eine wunderbare Stille über dem Kloster und in der Kirche ist eine gar mystische Stimmung.

In Peja hingegen sind die Sicherheitsvorkehrungen nicht so sichtbar. Nachdem wir uns registrierten konnten wir auch dieses Kloster besichtigen. Es ist nicht so schick renoviert wie Decan, aber ebenfalls besuchenswert. Die Kirche ist in drei Separate Schiffe unterteilt und wie bei orthodoxen Kirchen üblich, von unten bis oben bunt bemalt. Der Eintritt ist kostenlos, aber man kann für 2 Euro einen Audioführer leihen. Das Kloster liegt von Peja ein Stück westlich an der M9.

Genau diese Straße fuhren wir im Anschluss weiter. Denn nun verengte sich das Tal zum so genannten Great Canyon. Das Wasser des Lumbhardi rauscht durch die Schlucht und die Berge gehen steil nach oben. Wir hatten sogar noch teilweise etwas Schnee an den Hängen. Auch gibt es hier einige Höhlen, wie die Great Canyon Cave, wohle eine der größten Höhlen in Europa. Man kann diese auch mit einer Führung besichtigen.

Nun war es bereits 18 Uhr und wir mussten uns auf den Rückweg machen. Wir steuerten wieder Prizren an um dort Abend zu essen und danach weiter bis nach Tirana. Insgesamt gut 4 Stunden Fahrtzeit. Unterwegs hielten wir an der Schneider Brücke für ein paar Fotos an. Die Brücke ist von Osmanen gebaut worden und heute nur noch ein Denkmal.

Spät Abends erreichten wir wieder Tirana, das wir nun am letzten Tag endlich auch noch besichtigen wollten. Aber noch waren wir nicht am Hotel. Kaum hatten wir die Stadtgrenze passiert, wurden wir – wie anscheinend jeden Tag- von der Polizei herausgewunken. Nachdem diese wieder gemerkt haben, dass wir weder albanisch noch russisch können, durften wir zum Hotel weiterfahren.

Kaukasus in 4 Tagen

Tag zwei und wir wollten erst einmal nach Armenien. Aber zuvor sind wir zum Bahnhof gefahren um Tickets nach Baku in Aserbaidschan zu kaufen. Die kosten in der ersten Klasse ca 35 Euro und können nicht online bestellt werden. Aber die Dame an der Kasse sprach deutsch und englisch und so war alles sehr einfach.

Zur Grenze im Süden bei Sadakhlo fährt man knapp zwei Stunden. Extra für den Grenzübertritt haben wir eine notarielle Urkunde für das Auto bekommen (80 Euro). Wir hatten uns vorher informiert, wie der Grenzübertritt abläuft und die wildesten Geschichten gelesen von Versicherungsabzockern und anderem. Wir wähnten uns also gut vorbereitet. Dort angekommen waren auch nur wenige Autos vor uns. Alle Mitfahrer müssen vorher aussteigen und zu Fuß in einem Gebäude die Grenze passieren. Nur der Fahrer darf im Auto bleiben. Nun war ich endlich an der Reihe und übergab die Dokumente. Der Beamte telefonierte die ganze Zeit nebenbei und schaute alles durch. Dann sollte ich ihm noch eine Karte geben. Ich hatte keine Ahnung was er meint. Also rief er einen anderen dazu, der dann ins Englische übersetzte. Eine Karte, quasi ein Fahrzeugschein, fehlt und ohne den darf ich nicht ausreisen. Na super. Ich durchsuchte dann noch alle Fächer, aber er tauchte nicht auf. Uns blieb nichts anderes übrig als wieder eine halbe Stunde zurück in die nächste Stadt zu fahren, denn dort gab es kostenloses Wifi in einem Supermarkt. Direkt vor dem Laden konnten wir parken und dem Vermieter per Whatsapp schreiben. Nach ein paar Minuten kam die Antwort, dass die gesuchte Karte unter der Sonnenschutzblende ist. Oh man! Das war so ziemlich der einzige Platz an dem wir nicht gesucht hatten. Hätte er uns auch mal bei der Übergabe sagen können. So haben wir wieder fast zwei Stunden verloren.

Also wieder zurück zur Grenze und diesmal klappte die Ausreise problemlos. Ein paar hundert Meter weiter kam dann die Einreise nach Armenien. Dort wieder alle Dokumente abgeben, Beifahrer raus und warten. Wieder war alles ok nur sollte ich nun an der Seite in ein Gebäude gehen und ein Dokument stempeln lassen. Es gab 4 Schalter, 3 Männer die nur am Handy spielten und eine Frau die alles bearbeitete. Davor ein wüster Haufen mit drängelnden Leuten. Schließlich war ich dran und bekam das Dokument. Sogar auf deutsch erklärte sie mir, dass ich das nicht verlieren darf, ansonsten kann ich den Wagen nicht wieder ausführen.

Dann konnten wir auch weiter fahren. Wir mussten weder etwas zahlen, noch wurden wir von irgendwelchen Leuten wegen einer Versicherung angesprochen. Also alles viel einfacher als erwartet.

In Armenien wollten wir ein paar Klöster anschauen, die nicht weit von der Grenze entfernt sind: Akthala, Kusanats Anapat und Odsun. Alle gehören zum Weltkulturerbe und man sollte auch keine auslassen. Die Straßen sind abenteuerlich, aber auch mit einem normalen Auto zu bewältigen. Hier zeigt sich auch die Natur von einer atemberaubenden Seite. Einerseits Hochebenen auf gut 1200m, umringt von deutlich höheren Bergen und andererseits tiefe Canyons. Davon wollten wir uns auch noch einen anschauen. Der Dzogaret Canyon ist an die 300m tief und schneidet sich durch das Land. Es gibt keine Besucherplattformen oder ähnliches, sondern kann einfach zur Abbruchkante (z.B. bei Agarak) spazieren. Das war schon sehr beeindruckend.

Nun machten wir uns wieder auf den Rückweg. Bis Tiflis lagen ja noch an die dreieinhalb Stunden  vor uns. Die Ausreise war noch schneller als die Einreise. Das „wichtige Dokument“ sammelte einer vor der Grenze schon ein und es interessierte nicht wirklich. Stempel in den Pass und schon konnten wir weiter.

Wieder in Tiflis schauten wir uns dann mal die Umgebung an. Besonders die am Abend toll beleuchtete Friedensbrücke ist ein Highlight. Man könnte auch mit der Seilbahn zur Festung Narikala hochfahren, aber das haben wir auf den nächsten Tag verschoben. Nach einem kleinen Rundgang aßen wir im Smart Pub zu Abend. Ein kleines Restaurant mit mehreren unterirdischen Etagen. Das Essen war gut und günstig. Es gab diverse lokale Spezialitäten wie zum Beispiel Khinkali. Das sind kleine gefüllte Teigtaschen.