Unser nächstes Hotel lag im Jasper Gates Resort, südöstlich von Jasper National Park. Von dort aus wollten wir eigentlich Jasper, den Maligne Lake, den Columbia Icefield und vieles mehr erkunden.
Leider hatten massive Waldbrände hatten große Teile des kleinen Ortes Jasper und der Umgebung zerstört und ein Besuch nicht mehr möglich. Wir überlegten ernsthaft, umzubuchen und die Route zu ändern. Doch das Jasper Gates Resort – außerhalb des Nationalparks gelegen – blieb geöffnet. Also beschlossen wir, die Reise anzutreten und flexibel zu bleiben.
Da der Icefields Parkway teilweise gesperrt war, führte unsere Route deutlich weiter östlich um die Berge herum.
Takakkaw Falls & Peyto Lake
Unser erstes Ziel waren die Takakkaw Falls im Yoho National Park. Bei strahlend blauem Himmel kamen wir am Parkplatz an – mussten jedoch eine ganze Weile warten, bis ein Stellplatz frei wurde.
Vom Parkplatz aus läuft man nur wenige Minuten bis zum Fuß der Fälle. Mit rund 381 Metern Fallhöhe gehören sie zu den höchsten Wasserfällen Kanadas. Trotz der vielen Besucher fanden wir genug ruhige Spots für Fotos.





Auf dem Rückweg hielten wir noch an der unscheinbaren Stelle, an der der Yoho River und der Kicking Horse River zusammenfließen. Der eine schimmert weiß-bläulich, der andere eher milchig-braun – ein faszinierender Kontrast, den man leicht übersieht, da er unterhalb einer Kurve liegt.



Weiter ging es vorbei an beeindruckenden Gletscherzungen bis zum Peyto Lake. Vom Parkplatz führt ein gut ausgebauter Weg bergauf zu einer großen Aussichtsplattform. Der See ist berühmt für seine Form, die an einen Wolfskopf erinnert, und für seine intensive türkise Farbe.
Doch während wir dort standen, zog plötzlich ein Gewitter auf. Dunkle Wolken, Donnergrollen, Blitze. Die Plattform liegt völlig exponiert – wir machten uns schnell auf den Rückweg. Erstaunlich viele liefen noch sorglos nach oben.
Kurz darauf setzte starker Regen mit Hagel ein. Wir hielten am Straßenrand an und warteten, bis das Unwetter nachließ.










Mistaya Canyon & Schotterpisten
Nächster Halt war der Mistaya Canyon. Der Weg hinunter war durch den Regen extrem rutschig. Auch hier blickt man von oben in eine enge, geschwungene Schlucht – beeindruckend, aber bei Nässe nicht ungefährlich. Einige kletterten ziemlich nah am Abgrund herum. Muss wohl jeder selbst wissen.







Wir fuhren weiter bis nach Saskatchewan River Crossing, machten noch einen Fotostopp mit weitem Blick über die Ebene – doch weiter Richtung Norden durften wir nicht.



Also ging es ostwärts über den David Thompson Highway, vorbei am Abraham Lake, und später wieder nach Norden. Rund 140 Kilometer Schotterstraße lagen vor uns – nass, schlammig, kaum Verkehr. Landschaftlich eher Wald als Panorama, aber dafür echtes Roadtrip-Feeling.
Am frühen Abend erreichten wir schließlich das Hotel. Unser Auto hatte inzwischen eine neue, festgetrocknete Matsch-Optik angenommen.












Feuerwehr, Unsicherheit & Polarlichter
Das Jasper Gates Resort wäre eigentlich eine ideale und günstigere Alternative zu Jasper gewesen. Doch nun fühlte es sich eher wie das Ende einer Sackgasse an. In der Nähe lag nur noch Hinton.
Abends fuhren wir dorthin zum Einkaufen und Essen. Überall sahen wir Feuerwehrfahrzeuge und Helfer, die hier stationiert waren, bevor sie wieder in die Brandgebiete ausrückten. In den Medien hatten wir die Ausmaße verfolgt – hier wurde das Ganze noch greifbarer.






In der Nacht war der Himmel sternenklar – und es sollte Polarlichter geben. Wir fuhren ein Stück weg von der Hotelanlage an einen dunklen Ort. Und tatsächlich: grüne und rote Vorhänge tanzten über den Himmel. Ein magischer Moment, den man nie vergisst.



Athabasca Viewpoint & William Switzer Park
Am nächsten Morgen wanderten wir vom Parkplatz zum Athabasca Lookout. Es war ein merkwürdiges Gefühl – keine anderen Menschen, dafür Bärengebiet. Oben erwartete uns eine weite Aussicht über das Tal und die Rocky Mountains.





Später fuhren wir in den William A. Switzer Provincial Park, besuchten das Visitor Center und umrundeten den idyllischen Kelley’s Bathtub.














Ein weiterer kleiner See mit Strand lud zu einer sonnigen Pause ein – perfekter Platz für ein Picknick und um die Füße ins warme Wasser zu halten.


In Hinton besuchten wir noch den Beaver Boardwalk. Leider war die Anlage ziemlich in die Jahre gekommen, viele Wege beschädigt und im Wasser versunken – und Biber sahen wir auch keine.








Abendessen gab es in der Folding Mountain Brewing – sehr gutes Essen, leckeres Bier.




Später fuhren wir noch nach Brule auf Wildlife-Suche. Bären oder Elche sahen wir nicht – aber einige Rehe immerhin.



Regen & Elch-Highlight
Der nächste Tag begann mit starkem Regen. Wir schliefen aus und starteten langsam. Am Nachmittag, als es trockener wurde, fuhren wir nach Grande Cache. Viel gibt es dort nicht zu sehen – wir besuchten den kleinen Labyrinth Park, liefen durch den Ort und aßen Pizza.
Doch das Highlight kam auf dem Rückweg: Elche, ganz nah an der Straße. Endlich! Ein perfekter Abschluss unserer Tage in der Jasper-Region.
Am Abend packten wir wieder die Koffer – denn am nächsten Tag ging es weiter nach Edmonton.









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