Am Morgen regnete es stark, aber das passte ganz gut, denn wir hatten ohnehin eine etwa dreistündige Fahrt vor uns. Über den Yellowhead Highway ging es Richtung Edmonton. Unterwegs gab es nicht viel zu sehen – viel Wald und eher unspektakuläre Landschaft. Als wir ankamen, hatte der Regen zum Glück aufgehört.
Unser Hotel, das Vascona on Whyte, lag im Stadtteil Old Strathcona, südlich des Zentrums und des North Saskatchewan River. Eine gute Lage, vor allem wegen der vielen Restaurants und Bars in der Umgebung.
Nach dem Check-in fuhren wir direkt zur West Edmonton Mall, eines der größten Einkaufszentren der Welt. Dort gibt es weit mehr als nur Geschäfte: eine Eisbahn, einen Freizeitpark, ein riesiges Wellenbad, ein Piratenschiff, eine Go-Kart-Bahn, Minigolf und vieles mehr. Man könnte problemlos einen ganzen Tag dort verbringen. Wir schauten uns einiges an, aßen etwas und fuhren anschließend zurück ins Hotel.
















Stadtbesichtigung & Eishockey-Erlebnis
Am nächsten Tag hatten wir wieder traumhaftes Wetter. Zuerst fuhren wir zum Fluss zu den historischen Gebäuden des John Walter Museum. Direkt daneben spannt sich eine moderne Bogenbrücke über den Fluss, während etwas weiter die alte High Level Bridge hoch über dem Tal verläuft.




Anschließend wechselten wir auf die Nordseite und gingen in den Louise McKinney Riverfront Park, inklusive kleinem chinesischen Garten. In einem Café tranken wir etwas und genossen die Sonne mit Blick auf das Wasser – eine wirklich schöne Ecke der Stadt.







Danach fuhren wir ins Zentrum und parkten am Stadion. Dort stellten wir fest, dass an diesem Tag tatsächlich Eishockeyspiele stattfanden – der Wayne Gretzky International Hockey Tournament. Spontan kauften wir Tickets für das Spiel Deutschland gegen USA.
Für uns war es ein besonderes Erlebnis, im Stadion der Edmonton Oilers zu sitzen. Zwar waren nicht viele Zuschauer bei dem Nachwuchsspiel da, aber die Atmosphäre war trotzdem großartig. Das Spiel selbst war ziemlich einseitig – die USA waren deutlich stärker. Doch je länger es dauerte, desto besser kamen die Deutschen ins Spiel. Bei jedem Tor wurde „Völlig losgelöst…“ gespielt – und wir sangen lautstark mit ein paar anderen Deutschen mit. Dreimal ertönte das Lied, die Amerikaner trafen allerdings zwölfmal – Endstand also recht deutlich.












Nach dem Spiel liefen wir noch durch Downtown bis zum Neon Sign Museum, einer Outdoor-Ausstellung historischer Leuchtreklamen, die nachts besonders schön beleuchtet sind.
Zurück in Strathcona gingen wir mexikanisch essen und ließen den Tag ausklingen. Die Gegend gefiel uns deutlich besser als das Zentrum – lebendig, viele Bars und Restaurants, richtig gute Stimmung.








Natur rund um Edmonton & Streetcar Beer Tour
Am nächsten Tag zog es uns nochmal raus in die Natur. Zuerst aber liefen wir etwas durch Strathcona und dann fuhren wir zum Strathcona Wilderness Centre und wanderten durch schöne Wälder.
Danach ging es weiter in den Elk Island National Park, der besonders für seine Bisons bekannt ist. Im Visitor Centre bekamen wir viele Infos, gaben dort auch unser Bärenspray zurück (man darf es nicht im Flugzeug mitnehmen und ein Weiterverkauf ist verboten!), doch bei unserer ersten Runde durch den Park sahen wir… nichts. Uns wurde gesagt, dass die Tiere am ehesten in der Dämmerung aktiv sind.













Also fuhren wir zunächst zurück nach Edmonton, denn wir hatten noch ein besonderes Erlebnis gebucht.
Am Abend ging es zur Streetcar Cask Series. Wir trafen uns an einem Parkplatz neben alten Straßenbahngleisen, wo bereits andere Teilnehmer warteten. Kurz darauf kam ein historischer Straßenbahnwagen.
Drinnen gab es frisch gezapftes Bier aus dem Fass – jede Tour mit einer anderen Brauerei und speziellen Sorten. Dazu Popcorn und für jeden noch eine Dose Craft Beer. Einige Sorten waren ziemlich ausgefallen, unter anderem mit saure-Gurken-Geschmack 😄
Schnell kam man mit den anderen ins Gespräch, probierte sich durch die verschiedenen Biere und genoss die Fahrt. Highlight war der Stopp auf der High Level Bridge, wo die Bahn stehen blieb und man mit Bier in der Hand die Aussicht genießen konnte. Eine wirklich coole und empfehlenswerte Tour.













Bisons & letzter Abend in Kanada
Danach hatten wir Hunger, holten uns etwas zu essen und fuhren noch einmal zurück in den Nationalpark – diesmal zur Dämmerung. Auf dem Weg sahen wir doch tatsächlich das erste Bison direkt am Highway stehen!
Wir hielten an verschiedenen Punkten, genossen den Sonnenuntergang an einem See. In der Ferne heulten Coyoten und um uns herum waren nicht nur unmengen an Mücken, sondern auch Party machende Kanadier.
Wir fuhren ein Stück weiter und dann endlich: Noch ein Bison! Für gute Fotos war es schon fast zu dunkel, aber das spielte keine Rolle. Hauptsache, wir hatten sie gesehen.
Zurück in Edmonton erfuhren wir unterwegs, dass gerade ein großes Musikfestival stattfand. Spontan machten wir noch einen Abstecher auf eine Anhöhe – gesehen haben wir nicht viel, aber die Musik war gut zu hören. Ein schöner, letzter Abend in Kanada.








Rückflug – turbulentes Ende
Am nächsten Tag ging es nur noch zum Flughafen von Edmonton. Wir gaben den Mietwagen ab und flogen zurück nach Montreal.
Der Flug war allerdings alles andere als ruhig. Schon beim Start kündigte der Pilot schwere Gewitter in Montréal an. Etwa eine Stunde vor der Landung ging es dann los: starke Turbulenzen, das Flugzeug wurde ordentlich durchgeschüttelt.
Wir landeten zwar sicher, mussten aber zunächst auf dem Rollfeld warten. Der Flughafen stand teilweise unter Wasser, sodass keine Flugzeuge abgefertigt werden konnten. Erst als der Regen nachließ, konnten wir an ein Gate rollen und aussteigen.
Zum Glück hatten wir genug Zeit bis zum Weiterflug nach Frankfurt. Auch dieser hatte noch Verspätung, aber irgendwann ging es dann schließlich zurück nach Deutschland.





Hier geht es zur Übersicht der Kanada Tour!
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