Gananoque und die 1000 Islands

Nachdem wir in Montréal gestartet waren, fuhren wir rund 250 Kilometer in südwestlicher Richtung, immer am Sankt-Lorenz-Strom entlang, bis wir in Gananoque ankamen. Der kleine Ort mit knapp 5.000 Einwohnern gilt als das Tor zu den 1000 Islands und ist einer der bekanntesten Ausgangspunkte, um diese einzigartige Inselwelt zu erkunden. Früher war Gananoque ein wichtiger Industriestandort, heute lebt die Stadt vor allem vom Tourismus – und das völlig zu Recht.

Wir erreichten Gananoque bereits mittags und konnten unser Zimmer im Ruby Manor B&B direkt beziehen. Eigentlich wollten wir nur unsere Koffer abstellen, aber so war es natürlich noch besser. Das charmante Städtchen ist überschaubar, alles lässt sich bequem zu Fuß erreichen und versprüht eine angenehm entspannte Kleinstadtatmosphäre.

Für den Nachmittag hatten wir im Voraus eine Bootsfahrt durch die Inselwelt gebucht. Die Anlegestelle war nur wenige Gehminuten entfernt, und so kamen wir früh genug am Pier von City Cruises an und konnten pünktlich an Bord gehen.

Die rund dreistündige Bootstour führte uns durch die berühmten 1000 Islands, eine Inselgruppe aus tatsächlich über 1.800 Inseln, die sich über rund 80 Kilometer entlang des Flusses erstreckt und sich Kanada und die USA teilen. Damit eine Landfläche offiziell als Insel zählt, muss sie ganzjährig aus dem Wasser ragen und mindestens einen Baum tragen – was erklärt, warum selbst winzige Felsen dazugehören.

Wir fuhren an unzähligen kleinen und größeren Inseln vorbei, viele davon mit einzelnen Häusern, Sommerresidenzen oder sogar kleinen Schlössern bebaut. Während der Fahrt gab es immer wieder spannende Erklärungen zur Geschichte der Region, zu den Inseln und ihren teils sehr wohlhabenden Besitzern. Schließlich überquerten wir sogar kurz die Grenze zu den USA und umrundeten das berühmte Boldt Castle, ein märchenhaftes Schloss auf einer Insel. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Liebesbeweis erbaut, jedoch nie fertiggestellt und ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen der Region. Danach ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt in Gananoque.

Die Tour kostete etwa 50 Dollar pro Person (rund 30 Euro). Uns hat sie sehr gut gefallen – ruhig, landschaftlich wunderschön und informativ – und wir würden sie definitiv wieder machen.

Nach der Bootsfahrt hatten wir Hunger und kehrten im Stonewater Pub ein, wo wir sehr gute Burger bekamen. Anschließend spazierten wir noch etwas durch den Ort, gönnten uns ein leckeres Eis und ließen den Tag entspannt ausklingen. Besonders am Abend zeigt Gananoque noch einmal seinen gemütlichen, fast schon maritimen Charme.

Am nächsten Morgen ging es dann bereits weiter zum nächsten großen Highlight unserer Reise: den Niagarafällen

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