Tagesausflug nach Monaco und Nizza

Monaco an einem Tag – ein spontaner Tagesausflug über Nizza

Ich war noch nie in Monaco, aber den Länderpunkt zu sammeln, stand schon lange auf meiner To-do-Liste. Ende Juli hatte ich nun endlich Zeit dafür und fand passende Flüge, um früh morgens nach Nizza zu fliegen und abends wieder zurückzukehren.

Gegen 7 Uhr ging es los. Die Maschine von Eurowings hob pünktlich ab, und bereits um halb neun stand der Flieger am Gate in Nizza. Da ich nur mit Handgepäck unterwegs war, konnte ich direkt nach draußen gehen. Genau in diesem Moment fuhr auch schon die Straßenbahn ein. Diese verbindet den Flughafen kostenlos mit der Haltestelle Grand Arénas / Saint-Augustin, direkt neben dem Bahnhof.

Dort angekommen, musste ich auch nicht lange auf meinen Zug warten. Schon im Vorfeld hatte ich gelesen, dass die einfachste Möglichkeit für den Ticketkauf die App der französischen Bahn ist. Tatsächlich funktionierte die SNCF-App völlig problemlos. Die rund 30-minütige Fahrt nach Monaco kostete 7,20 Euro, und so stand ich gerade einmal eine Stunde nach der Landung bereits am Bahnhof Monte-Carlo.

Noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr mit dem Zug nach Monaco fahrt, solltet ihr euch auf die rechte Seite in Fahrtrichtung setzen. Von dort habt ihr immer wieder fantastische Ausblicke auf die Côte d’Azur und das Mittelmeer.

Casino, Formel 1 und Luxusyachten

Schon am Morgen war es ausgesprochen warm. Deshalb hatte ich mir im Vorfeld eine Route mit möglichst wenigen Steigungen herausgesucht.

Mein erster Weg führte mich zum berühmten Casino de Monte-Carlo. Auf dem Weg dorthin ging ich durch die Jardins de la Petite Afrique, einen kleinen, aber sehr schönen Park mit zahlreichen tropischen Pflanzen.

Das Casino selbst und die umliegenden Gebäude sind wirklich beeindruckend. Hier wurden zahlreiche bekannte Filme gedreht, und natürlich ist die Gegend eng mit dem berühmten Formel-1-Rennen von Monaco verbunden. Deshalb war hier auch entsprechend viel los.

Nach ein paar Fotos ging ich entlang der Rennstrecke weiter zur berühmten Fairmont-Haarnadelkurve, einer der langsamsten und bekanntesten Kurven im gesamten Formel-1-Kalender. Gefühlt geben hier viele Autofahrer noch einmal besonders Gas, um ein wenig Rennatmosphäre zu erleben.

Von dort ging es weiter bergab zum Mika-Häkkinen-Denkmal, das als Metallskulptur unter einer Brücke steht. Danach führte mich der Weg durch den berühmten Tunnel unter dem Fairmont Monte Carlo, vorbei am Yacht Club de Monaco bis zum Hafen.

Hier lagen die zahlreichen Luxusyachten, für die Monaco ebenfalls bekannt ist. Viele Geschäfte hatten um diese Uhrzeit noch geschlossen, aber ein Carrefour hatte bereits geöffnet. Dort konnte ich mir erst einmal etwas zu trinken besorgen. Die Sonne brannte inzwischen erbarmungslos vom Himmel, und es war bereits schweißtreibend heiß.

Dabei stand der anstrengendste Teil des Tages noch bevor.

Altstadt, Wachwechsel und eine unerwartete Begegnung

Über die berühmte Rascasse-Kurve und vorbei am Fangio-Denkmal ging es über zahlreiche Treppenstufen hinauf zur Altstadt, die auf einem Felsen oberhalb des Hafens liegt.

Unterwegs kam mir plötzlich ein kleiner Konvoi entgegen: ein Polizeimotorrad und dahinter eine Limousine mit dem Fürsten auf dem Rücksitz. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Oben angekommen, kam ich zunächst am Oceanographic Museum of Monaco vorbei. Das Aquarium soll sehr sehenswert sein, aber dafür fehlte mir leider die Zeit.

Stattdessen besuchte ich die Saint Martin Gardens. Der kleine botanische Garten bietet nicht nur zahlreiche Pflanzen und Skulpturen, sondern auch einen herrlichen Blick auf das Meer.

Nach einer kurzen Pause im Schatten ging ich weiter zur Cathedrale Notre-Dame-Immaculee. Im Inneren befinden sich die Gräber zahlreicher Mitglieder der Fürstenfamilie, darunter auch Grace Kelly. Die Kirche selbst ist allerdings eher schlicht gestaltet.

Rund um die Kathedrale erstreckt sich die Altstadt mit ihren engen Gassen, die im Westen alle am Vorplatz des Prince’s Palace of Monaco enden.

Eigentlich wollte ich dort nur ein paar Fotos machen, aber alles war abgesperrt, und hunderte Menschen warteten offenbar auf ein Ereignis. Also suchte ich mir einen Platz im Schatten. Wenige Minuten später begann der tägliche Wachwechsel. Etwas Trommeln, ein paar geschwungene Gewehre – und schon war die Zeremonie wieder vorbei. Nichts Spektakuläres, aber trotzdem schön, das einmal gesehen zu haben.

Noch ein Tipp: In den Gassen rund um den Palast gibt es unzählige Souvenirläden. Wer ein paar Schritte weiter in die Rue Colonel Bellando de Castro geht, findet oft deutlich günstigere Angebote.

Von Monaco zurück nach Nizza

Anschließend verließ ich die Altstadt wieder durch die Stadttore und ging über den Place d’Armes und die Rue Grimaldi zur kleinen Eglise Sainte-Devote.

Von dort führte der Weg über zahlreiche Treppenstufen zurück zum Bahnhof.

Mein Zug nach Nizza sollte erst in einer halben Stunde fahren, aber die Wartezeit ließ sich sinnvoll nutzen. Mein Handyakku war inzwischen überraschenderweise nur noch zu einem Drittel geladen. Zum Glück gibt es am Bahnsteig Ladesäulen. Übrigens gibt es auch im Zug Steckdosen zwischen den Sitzen.

Als der Zug schließlich einfuhr, war mein Smartphone wieder vollständig geladen, und ich fuhr weiter zum Bahnhof Nice-Riquier.

Altstadt und Promenade in Nizza

Mein erstes Ziel in Nizza war der Port Lympia mit der Notre-Dame-du-Port de Nice.

Von dort lief ich in südwestlicher Richtung bis zum berühmten „I Love Nice“-Schriftzug. Davor hatte sich eine lange Schlange gebildet. Alle wollten sich direkt vor dem Schriftzug fotografieren lassen.

Die Rückseite war dagegen völlig leer. Dabei muss man das Foto doch nur drehen, und der Schriftzug ist ebenfalls lesbar – ganz ohne Wartezeit.

Von dort hat man außerdem einen wunderschönen Blick auf den langen Strand und die berühmte Promenade des Anglais.

Direkt daneben beginnt die Altstadt von Nizza, durch die ich anschließend kreuz und quer lief. Zwischendurch legte ich noch einen kleinen Bierstopp ein und probierte einige lokale Sorten.

Anschließend ging ich über die Promenade immer am Meer entlang, vorbei am berühmten Hotel Negresco, bis zur Straßenbahnhaltestelle Centre Universitaire.

Ganz ehrlich: Die Promenade selbst hat mich nicht besonders begeistert. Sie ist ziemlich eintönig, bietet kaum Schatten, und auch der grobe Kiesstrand konnte mich nicht überzeugen. Da gibt es deutlich schönere Strände.

Der Blick auf das tiefblaue Mittelmeer war allerdings fantastisch.

Rückflug und ein unerwartetes Ende

Schließlich fuhr ich mit der Straßenbahn zurück zum Flughafen.

Da die Sicherheitskontrolle überraschend schnell ging, hatte ich noch ausreichend Zeit, um in der Lounge endlich etwas zu essen.

Der Rückflug führte mich nicht direkt nach Hause, sondern zunächst nach München. Beide Flüge mit Lufthansa waren pünktlich, und mein Fazit war zunächst eindeutig: Alles hatte hervorragend funktioniert.

Allerdings hatte ich mich zu früh gefreut.

Denn nach der Landung stellte ich fest, dass keine Züge mehr fuhren. Offenbar fanden Bauarbeiten statt. Dadurch wurde die Heimfahrt deutlich komplizierter und länger als geplant.

Trotzdem blieb am Ende die Erkenntnis: Monaco eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Die Kombination aus mediterranem Flair, Formel-1-Geschichte, Altstadt und luxuriösem Ambiente macht das kleine Fürstentum zu einem außergewöhnlichen Reiseziel – selbst, wenn man nur wenige Stunden Zeit hat.

Die Flüge haben zusammen etwa 200 Euro gekostet,

Zug nach Monaco 7,20 Euro und zurück, da die Strecke kürzer war 5,50 Euro. Die Straßenbahn zum Flughafen hat dann noch 3,70 Euro gekostet, alles über die SNCF App.

Übrigens: Kostenlose Toiletten gibt es in Monaco überall.

Und noch ein Tipp: https://www.skipthestairs.com/ Das ist eine Google maps Karte mit allen öffentlichen Aufzügen und Rolltreppen, mit denen man viele Steigungen leichter bewältigen kann.