Kurzurlaub im Salzkammergut

Kurzurlaub im Salzkammergut – Zwischen Berggipfeln, glasklaren Seen und Kaiserflair

Kurzentschlossen ging es für mich für ein paar Tage nach Österreich. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 35 bis 40 Grad kam ich in Bad Ischl an und bezog mein Zimmer im Hotel Sommerhaus. Normalerweise dient das Gebäude als Internat der Tourismusschule, doch in den Sommermonaten Juli und August werden die Zimmer auch an Hotelgäste vermietet.

Direkt nebenan befindet sich die Talstation der Katrin-Seilbahn, die bereits seit 1959 Besucher auf den Hausberg von Bad Ischl bringt. Genau dort zog es mich an meinem ersten Tag hin. Für 28 Euro ging es mit der Gondel nach oben.

Mein Ziel war die sogenannte 7-Seen-Wanderung. Zunächst führte der Weg stetig bergauf bis zum Gipfelkreuz auf 1.542 Metern. Von dort wanderte ich weiter bis zum Elferkogel, der mit etwas mehr als 1.600 Metern den höchsten Punkt der Tour markiert.

Anschließend ging es über teilweise recht steile Wege zurück zur Bergstation. Unterwegs wurde ich immer wieder mit fantastischen Ausblicken auf die Seen des Salzkammerguts und den markanten Dachstein belohnt.

Die Wanderung lässt sich in etwa zwei bis drei Stunden gut bewältigen. Die eigentliche Herausforderung war an diesem Tag allerdings die enorme Hitze.

Am Nachmittag wollte ich mich deshalb unbedingt abkühlen und fuhr zum Hallstätter See. Am Nordufer befindet sich ein kleines Strandbad, bei dem lediglich die Parkgebühren anfallen. Der Eintritt selbst ist kostenlos, ebenso wie die Nutzung der Umkleiden und Duschen.

Das Wasser hatte laut Anzeige angenehme 22 Grad und war nach der Wanderung herrlich erfrischend. Besonders beeindruckend fand ich die steilen Felswände, die rund um den See fast senkrecht aufragen und der Landschaft ihre ganz besondere Kulisse verleihen.

Mit dem Schiff über den Wolfgangsee

Am zweiten Tag zog es mich an den Wolfgangsee.

Ich parkte mein Auto auf dem Parkplatz P1 in St. Wolfgang. Für 6 Euro konnte ich dort bis zu zwölf Stunden stehen. Von dort waren es nur wenige Minuten bis zum Schiffsanleger.

Mit dem Ausflugsschiff ging es gemütlich über den See bis nach St. Gilgen am Westufer. Unterwegs legt das Schiff an mehreren Stationen an, unter anderem in Ried und Fürberg. Besonders beeindruckend ist die Falkensteinwand, eine fast 200 Meter hohe Felswand, die nahezu senkrecht in den See abfällt.

St. Gilgen selbst ist ein ruhiger und sehr charmanter Ort mit mehreren historischen Gebäuden. Bekannt ist er vor allem durch seine Verbindung zur Familie Mozart. Im sogenannten Mozarthaus lebten die Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart sowie seine Schwester Maria Anna Mozart, besser bekannt als „Nannerl“.

Außerdem befindet sich hier die Talstation der Zwölferhorn-Seilbahn. Diesmal blieb ich allerdings im Tal. Nach den Wanderungen des Vortages stand mir der Sinn eher nach einem entspannten Spaziergang.

Die Hin- und Rückfahrt mit dem Schiff kostete übrigens 23,60 Euro. Die Tickets können problemlos direkt an Bord gekauft werden. Wer den ganzen Tag flexibel ein- und aussteigen möchte, kann für 31 Euro ein Hop-on-Hop-off-Ticket erwerben.

St. Wolfgang und das berühmte „Weiße Rössl“

Mit dem Schiff ging es zurück nach St. Wolfgang, dem wohl bekanntesten Ort am Wolfgangsee.

Berühmt wurde der Ort vor allem durch das Hotel „Im Weißen Rössl“, das durch die gleichnamige Operette von Ralph Benatzky und die Verfilmung mit Peter Alexander weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurde.

Der historische Ortskern ist wirklich hübsch, allerdings auch deutlich touristischer als das ruhigere St. Gilgen.

Eine weitere Attraktion ist die Schafbergbahn, die als steilste Zahnradbahn Österreichs auf den 1.783 Meter hohen Schafberg fährt. Die Fahrt kostet inzwischen allerdings stolze 61 Euro.

Ich entschied mich deshalb lieber für einen entspannten Nachmittag am See.

Dafür fuhr ich auf die Südseite nach Gschwendt. Dort ist das Parken kostenlos, außerdem gibt es auch hier einen Schiffsanleger. Das kleine Strandbad kostet 6 Euro pro Tag beziehungsweise 4,50 Euro ab 15 Uhr.

Bei den hohen Temperaturen gab es kaum etwas Schöneres, als in das klare und angenehm kühle Wasser zu springen.

Hallstatt? Heute leider nicht.

Eigentlich wollte ich am dritten Tag nach Hallstatt fahren, das mitten im UNESCO-Welterbe des Salzkammerguts liegt.

Allerdings war ich an diesem Morgen offenbar etwas zu spät dran. Sämtliche Parkplätze waren bereits belegt.

Natürlich hätte ich noch in Obertraun oder Untersee parken und anschließend mit dem Schiff übersetzen können. Allerdings hatte ich ohnehin den Eindruck, dass mir der Ort vermutlich etwas zu überlaufen sein würde.

Also änderte ich meine Pläne kurzerhand.

Traunkirchen und Gmunden – die ruhigere Alternative

Mein neues Ziel war Traunkirchen am Traunsee.

Vor allem die Pfarrkirche Maria Krönung und die kleine Johanneskapelle liegen auf einer Halbinsel wunderschön oberhalb des Sees. Direkt gegenüber erhebt sich der markante Traunstein, der mit seinen steilen Felswänden das Landschaftsbild prägt.

Vor allem gefiel mir, dass hier deutlich weniger los war als in Hallstatt.

Anschließend fuhr ich weiter nach Gmunden, einer kleinen Stadt am Nordufer des Traunsees.

Bekannt ist sie vor allem für das Schloss Ort, das auf einer kleinen Insel im See liegt, sowie für die traditionsreiche Gmundner Keramik, die seit Jahrhunderten hergestellt wird.

Ich schlenderte ein wenig durch die Stadt und setzte mich anschließend mit einem kühlen Getränk ans Wasser.

Der Blick auf den See und die umliegenden Berge war einfach zu schön, um ihn nicht noch ein wenig länger zu genießen.

Der Offensee – mein persönlicher Geheimtipp

Natürlich wollte ich auch an diesem Nachmittag wieder schwimmen gehen.

An den meisten Badeplätzen fehlte mir allerdings der Schatten. Deshalb suchte ich nach einer Alternative und entschied mich für den Offensee.

Der See liegt etwas abgelegen und höher in den Bergen. Zunächst muss man für den Parkplatz bezahlen, anschließend geht es noch einige hundert Meter zu Fuß bis zum Ufer.

Ausgerechnet auf dem Weg dorthin begann es zu donnern.

Ich warf einen Blick auf das Regenradar, das Entwarnung gab. Das Gewitter sollte südlich vorbeiziehen.

Viele Besucher verließen vorsichtshalber den See. Ich setzte mich erst einmal auf eine Bank und wartete ab.

Und tatsächlich: Wenig später kam die Sonne wieder zum Vorschein.

Plötzlich hatte ich den See fast für mich allein.

Der Offensee erinnerte mich ein wenig an den Oeschinensee in der Schweiz. Vielleicht nicht ganz so spektakulär, aber landschaftlich ebenfalls wunderschön.

Bad Ischl – Kaiserstadt mit viel Charme

Den Abend ließ ich schließlich wieder in Bad Ischl ausklingen.

Auch der Ort selbst ist absolut sehenswert. Als ehemaliger Kurort der Habsburger spielte Bad Ischl eine wichtige Rolle in der österreichischen Kaiserzeit. Kaiser Franz Joseph verbrachte hier viele Sommermonate, und auch zahlreiche Künstler, Dichter und Komponisten waren regelmäßig zu Gast.

Neben der Kaiservilla gibt es hier auch die Eurotherme sowie zahlreiche historische Gebäude, Cafés und kleine Geschäfte.

Damit endete auch mein Kurzurlaub im Salzkammergut.

Am nächsten Morgen ging die Reise allerdings schon weiter – das nächste Ziel wartete bereits: Bad Hofgastein.

Nützliche Infos:

Hotel Sommerhaus, da ich kurfristig gebucht hatte war es teuer, Frühstück inbegriffen, zahlreiche kostenlose Parkplätze. Man erhält eine Gästekarte die im Salzkammergut gilt. Schifffahrt und Seilbahn waren so etwas günstiger. Ins Ortszentrum läuft man 20-30 Minuten.

Restaurant Wirtshaus in der alten Post in Strobl am Wolfgangsee ist eine Empfehlung! Tolle lokale Küche.

Auch der Wirt am Gries in St. Gilgen ist ein Besuch wert.

In Bad Ischl gibt es das Grand Cafe Zauner, direkt an der Traun, mit sehr guten Mehlspeisen, also Kuchen und Torten.