Auf der Landkarte zeigten sich noch ein paar weiße Flecken, die wir dieses Jahr noch besuchen wollten. Eigentlich fehlten nur noch Moldau und Weißrussland, aber die Flugzeiten nach Chisinau waren sehr ungünstig, so dass wir uns entschieden von Dortmund mit Wizz Air nach Iasí im Osten Rumäniens zu fliegen. Nach gut zwei Stunden sind wir am frühen Abend in der Universitätsstadt angekommen. Der Flughafen ist sehr klein, aber Stadtnah. So konnten wir bequem mit dem Taxi zum Hotel Indiana fahren.
Wieder fuhren wir morgens nach Norden, aber bei Milot folgten wir der A1 nach Osten, denn heute wollten wir in den Kosovo. Zunächst machten wir aber einen Abstecher in das Shkopet Tal. Der Fluss hat sich durch das Gebirge gegraben und so eine wunderschöne Landschaft hinterlassen. Wagemutige können über kleine, teils baufällige Hängebrücken auf die andere Seite gehen. Die erste haben wir nur von oben betrachtet, die zweite haben wir auch überquert.
Wir folgten weiter der A1. Ich hatte noch gar nicht erwähnt wie viele Tankstellen es in Albanien gibt. Gefühlt alle 1-2km kommt eine Tankgelegenheit von denen kaum eine zu einer Kette gehört. Dafür haben sie interessante Namen wie LLukoil (statt Lukoil) oder Eso (statt Esso), dafür aber immer mit sehr ähnlichen Logos.
Wir mussten jedenfalls nun auch mal tanken und hielten an einer der großen Tankstellen an der Autobahn an. Ich fragte nach ob wir auch mit Kreditkarte zahlen könnten. Der Tankwart meinte das ist in Ordnung, zudem hingen auch überall Schilder die auf die Bargeldlose Zahlung hinwiesen. Prima.
Nur die Technik ist es nicht. Denn das Kartenterminal wollte einfach nicht funktionieren und sämtliche anwesende Personen hatten keine Ahnung wie man es zum laufen bringen könnte. Zum Glück war der Sohn des Besitzers anwesend und konnte für uns auf Englisch übersetzen. Aber was machen wir nun? Der nächste Geldautomat war in der 40km entfernten Stadt Kukes und Bargeld hatten wir kaum dabei. Nach einer halben Stunde rumprobieren, schlugen wir vor, dass jemand mit uns in die Stadt fährt und wir dort das Geld abheben könnten. Es fanden sich auch zwei Herren, die eh in die Stadt wollten. Also nahmen wir sie mit. Die Autobahn ist übrigens super. Kaum Verkehr, perfekter Zustand und eine spektakuläre Landschaft. Unterwegs nach Kukes muss man durch einen Mauttunnel (5 Euro) fahren, ehe es immer weiter Bergab in die kleine Stadt an der Grenze zum Kosovo geht.
Wir holten das Geld ab, gaben es den beiden und somit hatten wir das dann auch endlich erledigt. Nach Kukes wollten wir sowieso fahren. Die Stadt liegt etwas oberhalb von einem bzw. drei Stauseen und es gibt hier einen tollen Lost Place. Es sollte eigentlich ein Hotel werden, jedoch wurde es nie fertiggestellt. Diese Bauruine kann man völlig legal betreten, ist zumeist aber eh gut besucht.
Von Kukes ist es nur ein Katzensprung zur Grenze. Die Ausreise ging wieder schnell und eine Einreise in den Kosovo bzw. Serbien gibt es nicht. Unweit von der Grenze liegt Prizren (übrigens in der deutschen KFOR Zone). Umrahmt von hohen, schneebedeckten Bergen liegt die Stadt an einem kleinen Fluss. Die kleine Altstadt ist eine Fußgängerzone mit sehr vielen Restaurants, Bars und Geschäften und der Besuch ist ein Muss wenn man in den Kosovo Fährt. Überragt wird die Stadt von einer großen Festung. Übrigens gibt es nicht allzu viele Parkplätze und alle kosten 1 Euro die Stunde. Wir aßen sehr gut und günstig am zentralen Platz Shatervan zu mittag und machten uns dann wieder auf den Weg. Wir wollten nach Decan und Peja. Dort sind zwei Serbisch-Orthodoxe Klöster die UNESCO Weltkulturerbe sind. Der Nordwesten Kosovos ist in der italenischen KFOR Zone. So mussten wir durch Panzersperren zum Kloster fahren und unsere Ausweise gegen Besucherpässe tauschen. Die Klöster waren in der Vergangenheit öfter Ziel von Anschlägen und werden deshalb nun von Soldaten geschützt. Leider darf man dort nicht viel Fotografieren, aber der Besuch lohnt. In Decan liegt eine wunderbare Stille über dem Kloster und in der Kirche ist eine gar mystische Stimmung.
In Peja hingegen sind die Sicherheitsvorkehrungen nicht so sichtbar. Nachdem wir uns registrierten konnten wir auch dieses Kloster besichtigen. Es ist nicht so schick renoviert wie Decan, aber ebenfalls besuchenswert. Die Kirche ist in drei Separate Schiffe unterteilt und wie bei orthodoxen Kirchen üblich, von unten bis oben bunt bemalt. Der Eintritt ist kostenlos, aber man kann für 2 Euro einen Audioführer leihen. Das Kloster liegt von Peja ein Stück westlich an der M9.
Genau diese Straße fuhren wir im Anschluss weiter. Denn nun verengte sich das Tal zum so genannten Great Canyon. Das Wasser des Lumbhardi rauscht durch die Schlucht und die Berge gehen steil nach oben. Wir hatten sogar noch teilweise etwas Schnee an den Hängen. Auch gibt es hier einige Höhlen, wie die Great Canyon Cave, wohle eine der größten Höhlen in Europa. Man kann diese auch mit einer Führung besichtigen.
Nun war es bereits 18 Uhr und wir mussten uns auf den Rückweg machen. Wir steuerten wieder Prizren an um dort Abend zu essen und danach weiter bis nach Tirana. Insgesamt gut 4 Stunden Fahrtzeit. Unterwegs hielten wir an der Schneider Brücke für ein paar Fotos an. Die Brücke ist von Osmanen gebaut worden und heute nur noch ein Denkmal.
Spät Abends erreichten wir wieder Tirana, das wir nun am letzten Tag endlich auch noch besichtigen wollten. Aber noch waren wir nicht am Hotel. Kaum hatten wir die Stadtgrenze passiert, wurden wir – wie anscheinend jeden Tag- von der Polizei herausgewunken. Nachdem diese wieder gemerkt haben, dass wir weder albanisch noch russisch können, durften wir zum Hotel weiterfahren.
Ein Mietwagen ist gerade im Urlaub praktisch um sich mehr von der Umgebung anzuschauen und nicht abhängig von irgendwelchen touristischen Ausflügen zu sein. So lässt sich ein Land prima erkunden. Aber achtet auf folgende Punkte bevor ihr euch für einen Mietwagen entscheidet um nicht zu viel Geld auszugeben:
Tag zwei und wir wollten erst einmal nach Armenien. Aber zuvor sind wir zum Bahnhof gefahren um Tickets nach Baku in Aserbaidschan zu kaufen. Die kosten in der ersten Klasse ca 35 Euro und können nicht online bestellt werden. Aber die Dame an der Kasse sprach deutsch und englisch und so war alles sehr einfach.
Zur Grenze im Süden bei Sadakhlo fährt man knapp zwei Stunden. Extra für den Grenzübertritt haben wir eine notarielle Urkunde für das Auto bekommen (80 Euro). Wir hatten uns vorher informiert, wie der Grenzübertritt abläuft und die wildesten Geschichten gelesen von Versicherungsabzockern und anderem. Wir wähnten uns also gut vorbereitet. Dort angekommen waren auch nur wenige Autos vor uns. Alle Mitfahrer müssen vorher aussteigen und zu Fuß in einem Gebäude die Grenze passieren. Nur der Fahrer darf im Auto bleiben. Nun war ich endlich an der Reihe und übergab die Dokumente. Der Beamte telefonierte die ganze Zeit nebenbei und schaute alles durch. Dann sollte ich ihm noch eine Karte geben. Ich hatte keine Ahnung was er meint. Also rief er einen anderen dazu, der dann ins Englische übersetzte. Eine Karte, quasi ein Fahrzeugschein, fehlt und ohne den darf ich nicht ausreisen. Na super. Ich durchsuchte dann noch alle Fächer, aber er tauchte nicht auf. Uns blieb nichts anderes übrig als wieder eine halbe Stunde zurück in die nächste Stadt zu fahren, denn dort gab es kostenloses Wifi in einem Supermarkt. Direkt vor dem Laden konnten wir parken und dem Vermieter per Whatsapp schreiben. Nach ein paar Minuten kam die Antwort, dass die gesuchte Karte unter der Sonnenschutzblende ist. Oh man! Das war so ziemlich der einzige Platz an dem wir nicht gesucht hatten. Hätte er uns auch mal bei der Übergabe sagen können. So haben wir wieder fast zwei Stunden verloren.
Also wieder zurück zur Grenze und diesmal klappte die Ausreise problemlos. Ein paar hundert Meter weiter kam dann die Einreise nach Armenien. Dort wieder alle Dokumente abgeben, Beifahrer raus und warten. Wieder war alles ok nur sollte ich nun an der Seite in ein Gebäude gehen und ein Dokument stempeln lassen. Es gab 4 Schalter, 3 Männer die nur am Handy spielten und eine Frau die alles bearbeitete. Davor ein wüster Haufen mit drängelnden Leuten. Schließlich war ich dran und bekam das Dokument. Sogar auf deutsch erklärte sie mir, dass ich das nicht verlieren darf, ansonsten kann ich den Wagen nicht wieder ausführen.
Dann konnten wir auch weiter fahren. Wir mussten weder etwas zahlen, noch wurden wir von irgendwelchen Leuten wegen einer Versicherung angesprochen. Also alles viel einfacher als erwartet.
In Armenien wollten wir ein paar Klöster anschauen, die nicht weit von der Grenze entfernt sind: Akthala, Kusanats Anapat und Odsun. Alle gehören zum Weltkulturerbe und man sollte auch keine auslassen. Die Straßen sind abenteuerlich, aber auch mit einem normalen Auto zu bewältigen. Hier zeigt sich auch die Natur von einer atemberaubenden Seite. Einerseits Hochebenen auf gut 1200m, umringt von deutlich höheren Bergen und andererseits tiefe Canyons. Davon wollten wir uns auch noch einen anschauen. Der Dzogaret Canyon ist an die 300m tief und schneidet sich durch das Land. Es gibt keine Besucherplattformen oder ähnliches, sondern kann einfach zur Abbruchkante (z.B. bei Agarak) spazieren. Das war schon sehr beeindruckend.
Nun machten wir uns wieder auf den Rückweg. Bis Tiflis lagen ja noch an die dreieinhalb Stunden vor uns. Die Ausreise war noch schneller als die Einreise. Das „wichtige Dokument“ sammelte einer vor der Grenze schon ein und es interessierte nicht wirklich. Stempel in den Pass und schon konnten wir weiter.
Wieder in Tiflis schauten wir uns dann mal die Umgebung an. Besonders die am Abend toll beleuchtete Friedensbrücke ist ein Highlight. Man könnte auch mit der Seilbahn zur Festung Narikala hochfahren, aber das haben wir auf den nächsten Tag verschoben. Nach einem kleinen Rundgang aßen wir im Smart Pub zu Abend. Ein kleines Restaurant mit mehreren unterirdischen Etagen. Das Essen war gut und günstig. Es gab diverse lokale Spezialitäten wie zum Beispiel Khinkali. Das sind kleine gefüllte Teigtaschen.
Wir haben lange überlegt wohin wir dieses Jahr in Urlaub fahren und schließlich sind wir bei Kroatien hängen geblieben. Wir wollten dort sowieso schon lange hin, also wieso irgendwo auf einen anderen Kontinent fliegen, wenn es noch europäische Länder gibt, die wir nicht kennen. Also informierten wir uns, wo es etwas interessantes zu sehen gibt, welche Ecken besonders schön sind und wo wir noch eine Unterkunft bekommen. Schließlich standen unsere Reiseroute und das Abfahrtsdatum fest! Anfang August, für 16 Tage, von Dubrovnik bis auf die Insel Krk. Ein Roadtrip nach Kroatien weiterlesen →
Anfang April sind wir dieses Jahr nach Andalusien gefahren. Genauer gesagt sind wir von Weeze nach Malaga mit Ryanair geflogen. Die Flugverbindung war die bestmögliche, da wir Montag mittags angekommen sind und erst am Mittwochabend wieder abgeflogen. Bei herrlichem Sonnenschein und warmen 25 Grad haben wir als erstes unseren Mietwagen von Avis abgeholt. Für 9 Tage haben wir 232 Euro gezahlt und einen Fiat Panda bekommen. Der Kofferraum ist etwas klein, aber zum Fahren in Spanien ist er sehr gut. Das Beste an dem kleinen Auto ist, man findet überall einen Parkplatz. Rundreise durch Andalusien weiterlesen →
Nur für ein Wochenende flogen wir nach London. Von Dortmund aus, dauert der Flug nicht einmal eine Stunde. Wir flogen mit Ryanair nach Stansted und haben den Zug direkt ins Zentrum genommen um die üblichen Staus auf den Autobahnen zu meiden. Das klappte alles problemlos. Tickets für den Zug gibt es entweder direkt am Bahnsteig oder, wie wir es gemacht haben, etwas günstiger vorab im Internet. Wir hatten 44 Pfund gezahlt (2 Personen Hin- und Rückfahrt), also 11 Pfund pro Person und Strecke und sind nach Tottenham Hale gefahren. Von dort ging es weiter mit der U-Bahn zu unserer Unterkunft im Stadtteil Barnsbury. Da die Hotelpreise doch recht teuer sind, entschieden wir uns Air B&B auszuprobieren. Die Bewertungen der Wohnung waren gut und die Lage top. Kurztrip nach London weiterlesen →
Was kann man an einem Wochenende besseres machen als vier Länder zu bereisen? Richtig: Nichts. Daher flogen wir Samstag morgen ins schöne Wien. Mietwagen abgeholt und schon fuhren wir in die Innenstadt. Ein kurzer Abstecher zum Stephansdom, ein paar Fotos machen und schon ging es weiter in Richtung Norden nach Tschechien.Unser Ziel war zunächst ein Schloss in Plumlov. Das herrschaftliche Anwesen wird nicht mehr bewohnt, thront aber majestätisch über einen kleinen See. 4 Länder Roadtrip weiterlesen →
Tag 3 der Rundreise und es stand zunächst die Stadt Nis auf dem Plan. Wir gingen zur alten Festung, von der man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Vieles ist über die Jahre zerstört worden, doch einieg Teile sind immernoch sehenswert. Im Inneren erwartet einen dann ein Park mit römischen Ausgrabungen.
Weiter führte uns der Weg zum Skelettturm Ćele Kula, der eine düstere Geschichte hat. Hier wurden von den Osmanen im 19. Jahrhundert knapp 1000 Schädel in den Turm gemauert. Heute sind noch drei Meter davon erhalten und von einem Gebäude ummauert worden. Road Trip auf dem Balkan (Teil2) weiterlesen →
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